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Auto-Kindersitze

Sicher im Auto unterwegs zu sein ist das A und O und sollte sowohl für Erwachsene als auch für Kinder gelten. Dazu gehören u.a. das Anlegen des Sicherheitsgurtes und die richtige Einstellung der Kopfstützen. Für die Kleinen maßgeblich ist die Wahl des richtigen Kindersitzes. Er muss der Körpergröße und dem Gewicht des Kindes angepasst sein und bei den einschlägigen Tests, etwa von Stiftung Warentest und ADAC, gut abgeschnitten haben. Doch bei der großen Auswahl an Modellen und Herstellern ist es gar nicht so einfach, den passenden Kindersitz für sein Kind zu finden.

Welche Anforderungen müssen Kindersitze erfüllen?

Kindersitze müssen höchsten Ansprüchen an Sicherheit genügen. Aus diesem Grund dürfen hierzulande nur Modelle verkauft werden, die den europäischen Prüfnormen ECE R 44 bzw. ECE R 129 entsprechen. Kindersitze, die nach diesen Normen geprüft wurden, werden mit einem entsprechenden Etikett gekennzeichnet.

Weitere Kriterien neben der Sicherheit ist eine möglichst geringe Schadstoffbelastung des Materials, was in den Tests von Stiftung Warentest und dem ADAC regelmäßig beurteilt wird. Aber auch praktische Aspekte wie Befestigung und Montage sollten berücksichtigt werden. Eher nachrangig ist die Optik des Kindersitzes, sie sollte nicht das entscheidende Auswahlkriterium sein. Allerdings geben sich die meisten Hersteller alle Mühe, die visuelle Gestaltung der Kindersitze den verschiedenen Geschmäckern der Kinder (und Eltern) anzupassen.

Kindersitze der Gruppen 0, 0+ (Babyschalen) dürfen nur entgegen der Fahrtrichtung angebracht werden Foto: GTÜ / pixelio.de

Fünf Gewichtsgruppen

Von großer Bedeutung ist es, entsprechend der Körpergröße und des Gewichts Ihres Kindes den jeweils passenden Kindersitz auszuwählen, damit höchste Sicherheit gewährleistet werden kann. Ein zu großer oder auch zu kleiner Kindersitz stellt im Falle eines Unfalls ein erhebliches Verletzungsrisiko für das Kind dar. Das Alter des Kindes ist bei der Auswahl des passenden Modells übrigens nicht entscheidend, da die körperliche Entwicklung je nach Alter sehr unterschiedlich ist.

Es gibt insgesamt fünf Gewichtsgruppen, wobei generell gelten sollte, das so spät wie möglich auf den nächstgrößeren Sitz gewechselt werden sollte – also erst dann, wenn die Grenzen bei Gewicht und/oder Körpergröße erreicht sind.

Übersicht über die Gewichtsgruppen

Gruppe 0: von Geburt bis 10 kg
Gruppe 0 plus: von Geburt bis 13 kg
Gruppe 1: von 9 bis 18 kg
Gruppe 2: von 15 bis 25 kg
Gruppe 3: von 22 bis 36 kg

Es gibt auch kombinierte Kindersitze, die mehrere Gewichtsgruppen innerhalb eines Modells abdecken. In diesem Fall werden nach und nach bestimmte Elemente entfernt. Diese Kindersitze mögen zwar praktisch und preislich interessant sein, allerdings schneiden solche Kindersitze in den Tests vergleichsweise meist schlechter ab als Kindersitze, die nur auf eine jeweilige Gewichtsgruppe zugeschnitten sind.



Montage und Handhabung

Je nach Gewichtsgruppe und Modell gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Kindersitz im Auto zu montieren. Kindersitze der Gruppe 0, 0+ und 1 werden entweder per Isofix oder mit einem Zwei- bzw. Dreipunktgurt befestigt, wobei das Kind selbst mit diesem Sicherheitsgurt keinen Kontakt hat, denn diese verlaufen hinter der Sitzschale. Der Sitz hat in diesem Fall ein eigens integriertes Gurtsystem – in der Regel handelt es sich um Hosenträgergurte, mit denen das Kind in der Sitzschale angeschnallt wird.

Bei Kindersitzen der Gruppen 2 und 3 wird das Kind normalerweise auf seinem Sitz mit dem gängigen Dreipunktsicherheitsgurt gesichert, wobei der Gurt über die Schulter und die Oberschenkel des Kindes verlaufen sollte. Die meisten Kindersitze haben dafür spezielle Gurtvorrichtungen bzw. Führungen. Diese Sitze werden im Standardfall nicht separat befestigt.

Ferner gibt es noch Kindersitze (meist aus der Gruppe 1), die mit einem sogenannten Fangkörpersystem ausgestattet sind. Hier wird der Zwei- bzw. Dreipunktgurt durch ein Prallkissen geführt, das sich vor dem Kind befindet. Das Kind selbst hat keinen Kontakt mit dem Gurt.

Für welche Befestigungsmöglichkeit Sie sich entscheiden, hängt vom individuellen Geschmack ab. Die Befestigung mit Dreipunktgurten bei Kindersitzen der Gruppe 2 und 3 geht schnell, sollten aber Kindersitze der Gruppe 1 beispielsweise in den anderes Auto umgebaut werden, ist dies deutlich komplizierter als bei der Befestigung mit Isofix. Das Isofix-System hat noch die Vorteile, dass der Sicherheitsautogurt nicht benötigt wird, die Montage einfacher ist und diese Sitze in Test häufig etwas besser abschneiden.

Maximale Sicherheit im Auto

Generell gilt, dass der Transport entgegen der Fahrtrichtung am sichersten ist. Aus diesem Grund dürfen Kindersitze der Gruppe 0 und 0+ (die sog. Babyschalen) auch nur rückwärts gerichtet montiert werden. Für Modelle höherer Gewichtsklassen gibt es diese Möglichkeit meist nicht, Ausnahme sind Sitze mit RWF-Systemen nach skandinavischem Vorbild – dort werden Kinder meist bis zum Alter von drei Jahren entgegen der Fahrtrichtung transportiert.

Wo ist eigentlich der sicherste Platz im Auto? Antwort: Der mittlere Rücksitz, da hier das Kind durch den fehlenden Vordersitz maximale Kopf- und Beinfreiheit hat, wenn es bei einem Crash zur Vorverlagerung des Körpers kommt. Auch im Falle eines Seitenaufpralls sitzt es weiter weg von möglichen Anstoßstellen, wodurch sich das Verletzungsrisiko verringert. Voraussetzung dafür ist allerdings ein Dreipunktgurt an dieser Stelle statt des üblichen Beckengurtes bzw. eine Isofix-Vorrichtung. Leider gibt es auf dem Automobil-Markt nur sehr wenige Fahrzeuge, bei denen dies gegeben ist.

Kindersitze im Vergleich – welche Modelle/Hersteller sind empfehlenswert?

Namhafte Hersteller von Kindersitzen sind Cybex, Maxi-Cosi und Römer-Britax. Modelle dieser Marken schneiden bei Test in der Regel gut ab, allerdings gibt es auch einige wenige Negativ-Ausreißer, weshalb ein genauer Blick auf die Testergebnisse lohnt. Von No-Name-Produkten sollten Sie lieber die Finger lassen. Jedoch ist der Preis nicht immer Garantie für maximale Sicherheit. Es gibt teure Modelle, die nur mit „ausreichend“ oder schlechter beurteilt werden. Umgekehrt schneiden sehr günstige Modelle aber meist nicht gut ab.

Auch im Jahr 2015 wurden von ADAC und Stiftung Warentest wieder Kindersitze aus allen Gewichtsgruppen getestet. Überprüft wurden die Kriterien Sicherheit, Bedienung, Schadstoffgehalt und ergonomische Gestaltung. Zwar wurde die Note „sehr gut“ nicht vergeben, aber immerhin mehr als die Hälfte der Sitze erhielt das Testurteil „gut“. Viermal musste ein „mangelhaft“ vergeben werden.

Folgende Modelle (gestaffelt nach Gewichtsklasse) schnitten im aktuellen Test gut ab:

Gruppe 0, 0+

• Cybex Cloud Q
• Cybex Coud Q & Base Q-fix (Isofix)

Gruppe 1

• Britax Römer King II ATS
• Inglesina Amerigo I-Fix (Isofix)
• Maxi Cosi 2wayPearl
• Maxi Cosi Assisfix (Isofix)

Gruppe 2, 3

• Casualplay Multiprotector Fix II (Isofix)
• Cybex Pallas M und Cybex Pallas M-fix (Isofix)
• Britax Römer Kidfix SL SICT (Isofix)
• Cybex Solution M und Cybex Solution M-fix (Isofix)
• Heyner Maxi Protect Aero
• Joie Trillo LX (Isofix)

Was sollte beim Kauf eines Kindersitzes beachtet werden?

  • Achten Sie darauf, einen Kindersitz aus der passenden Gruppe, sprich der jeweiligen Alters- und Gewichtsklasse, zu kaufen.
  • Recherchieren Sie im Vorfeld, welche Kindersitze bei den Tests gut abgeschnitten haben.
  • Die Optik sollte gegenüber den Sicherheitsvorschriften nachrangig sein
  • Es gibt zwei parallel gültige europäische Prüfnormen, wahlweise sollten Sie sich für einen Kindersitz der Norm ECE R 44, Version 03 oder 04 oder für ein I-Size System nach der neuen ECE R 129 entscheiden
  • Der Kindersitz sollte also unbedingt mit der entsprechenden ECE Prüfetikette gekennzeichnet sein!
  • Nicht jeder Kindersitz passt in jedes Auto, beachten Sie also die jeweilige Komptabilität (Befestigung mit dem Dreipunktgurt und/oder mit Isofix).
  • Der Kindersitz sollte leicht zu reinigen sein, vor allem, wenn er von sehr kleinen Kindern benutzt wird.
  • Greifen Sie im Zweifelsfall lieber zu neuen statt zu gebrauchten Kindersitzen, da bei den gebrauchten Modellen die Vorgeschichte unbekannt ist.

Oktober 2016:

Preis und Leistung hängen bei Autokindersitzen nicht zusammen. Drei teure Kindersitze versagen im Test und sind gefährlich. Drei erfreulich günstige Kindersitze schaffen ein Gut. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationaler Gemeinschaftstest unter Führung der Stiftung Warentest gemeinsam mit dem ADAC. Getestet wurden Sitze für Kinder von der Geburt an und von einem Jahr bis 11 Jahre. Veröffentlicht sind die Ergebnisse in der November-Ausgabe der Zeitschrift test und online auf www.test.de/kindersitze.

Bei der Simulation eines Frontalaufpralls versagten die Fanghaken der Isofix-Basis des Recaro Optia. In hohem Bogen flog er nach vorn und wäre in einem Auto samt Kind gegen den Vordersitz oder die Windschutzscheibe geflogen. Die Tester informierten den Hersteller über das katastrophale Ergebnis. Dieser teilte mit, dass der Verkauf gestoppt wurde und eine Austauschaktion für bereits gekaufte Basis-Einheiten laufe.

Bildquelle: Stiftung Warentest

Bildquelle: Stiftung Warentest

Die beiden anderen Totalausfälle des Tests kosten 550 und 395 Euro. Der erste scheiterte ebenfalls im Crashtest, der zweite hält das Kind nicht fest genug. Die drei Mangelhaften sind vergleichsweise teuer. Dagegen stehen drei gute Kindersitze zu Preisen von 49 bis 80 Euro, die sich nur in kleinen Details unterscheiden. So günstige gute Sitze fand die Stiftung Warentest seit Jahren nicht. Es gibt noch deutlich bessere. Sie kosten, je nach Größengruppe, zwischen 100 und 500 Euro. In den Tabellen werden nicht nur die Ergebnisse aller neu getesteten Modelle gezeigt, sondern auch empfehlenswerte Babyschalen und Kindersitze aus Vortests, die noch im Handel erhältlich sind.

Der ausführliche Test Autokindersitze erscheint in der November-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 27.10.2016 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/kindersitze abrufbar.


Mai 2016:

Bei einem Test von 26 Autokindersitzen meistern erstaunlich viele die Crashtests gut oder gar mit Bravour. Zwei fallen allerdings durch, weil sie kleinen Passagieren nicht genug Schutz bieten. Zu diesem Ergebnis kommt ein internationaler Gemeinschaftstest unter Federführung der Stiftung Warentest gemeinsam mit dem ADAC.

Geprüft wurden 26 Autositze für Kinder von der Geburt bis 36 Kilogramm sowie für Kinder von 40 bis 105 Zentimeter Größe. Veröffentlicht sind die Ergebnisse in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test und auf www.test.de/autokindersitze.

17 von 26 neu untersuchten Autokindersitzen sind „gut“. Erstmals seit Einführung eines neuen Prüfprogramms im vergangenen Jahr vergaben die Tester auch das Qualitätsurteil „Sehr gut“ – für eine Babyschale für Kinder bis 83 cm Körpergröße zum Preis von 450 Euro. Zieht man die empfehlenswerten Sitze aus vorigen Tests hinzu, die noch im Handel anzutreffen sind, ist die Auswahl üppig: Insgesamt 42 „gute“ und ein „sehr gutes“ stehen zur Verfügung. Alle Ergebnisse finden sich in dem Produktfinder Autokindersitze auf www.test.de/autokindersitze.

Zwei Sitze aus dem aktuellen Test sind „mangelhaft“, weil sie Kinder nur unzureichend schützen. Bei dem Modell eines amerikanischen Anbieters für Kinder von 9 bis maximal 36 kg setzen sich die Kleinen in einen Sitz, der wie Batman aussieht – und quasi auf dessen Schoß. Doch der Sitz bietet keinen Schutz beim Seitenaufprall, weil der Anbieter die Demontage der schützenden Rückenlehne für größere Kinder vorschreibt. Davon abgesehen ist die Lehne für Kinder unter sechs Jahren viel zu klein. Das zweite „mangelhafte“ Modell ist für Kinder von der Geburt bis maximal 25 kg und fiel gleich in zwei Disziplinen durch: Unfallsicherheit und Schadstoffprüfung.

Der ausführliche Test erscheint in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 27.05.2016 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/autokindersitze abrufbar.


Oktober 2015:

Frischgebackene Eltern können beruhigt losfahren. Aktuelle Autokindersitze schützen die Jüngsten bei Unfällen. So lautet das Ergebnis des aktuellen Autokindersitz-Testes der Stiftung Warentest, des ADAC und weiteren Verbraucherorganisationen, der in der November-Ausgabe der Zeitschrift test veröffentlicht ist.
Insgesamt wurden 22 neue Babyschalen sowie Kindersitze verschiedener Größen getestet. Die meisten Modelle schnitten „gut“ ab, ein „Mangelhaft“ kassierten 6 Babyschalen aufgrund von Schadstoffen im Bezug.

Maßgeblich für die „guten“ Urteile sind die Prüfergebnisse in der Unfallsicherheit. Keines der Modelle schnitt in dieser Kategorie schlechter als „befriedigend“ ab. Alle Sitze hielten, trotz verschärfter und erweiterter Testmethoden, dem Unfallsimulator stand. Durchgefallen sind verschiedene Babyschalen von Cybex und Cosatto. Ursache dafür war die hohe Schadstoffkonzentration im Bezug.

Bei den Kriterien Handhabung und Ergonomie schnitten die getesteten Modelle größtenteils „gut“ ab, mindestens aber mit „befriedigend“. Die Kindersitze bieten beispielsweise hinreichend Platz und stützen den Kopf wirksam ab.

Ein Baby ist deutlich besser geschützt, wenn seine Sitzschale entgegen der Fahrtrichtung montiert ist. Dadurch verringert sich die Last auf Hals und Wirbelsäule bei der häufigsten Unfallart – einem Frontalaufprall. Experten empfehlen Rückwärtssitzen bis zu einem Alter von zweieinhalb Jahren. Kinder bis zu 12 Jahren sollten nicht ohne Kindersitz oder Sitzerhöhung im Auto mitgenommen werden.

Der ausführliche Test erscheint in der November-Ausgabe der Zeitschrift test (ab 30.10.2015 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/kindersitze abrufbar.