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Segway

Man sieht sie immer häufiger in Innenstädten, in Parks oder auf Rad- und Wanderwegen – Segways. Die hippen Ein-Personen-Transporter sind seit einigen Jahren zunehmend gefragt und werden beispielsweise im Urlaub gemietet, um auf diese Weise die Stadt zu erkunden. Aber wie genau funktioniert ein Segway? Seit wann gibt es sie? Sind sie verkehrssicher? Und wer darf sie eigentlich fahren? Diese wichtigen Fragen sollen im Folgenden ausführlich beantwortet werden.

Segways sind elektrisch angetriebene Ein-Personen-Transportmittel und werden mittlerweile seit dem Jahr 2001 produziert
Foto: Ben_Kerckx / pixabay

 

Was versteht man unter einem Segway?

Ein Segway (auch Segway Personal Transporter oder Segway PT, umgangssprachlich Elektroroller und Stehroller genannt) ist ein Ein-Personen-Transportmittel, welches über einen elektrischen Antrieb verfügt, und sich durch zwei auf derselben Achse sich befindlichen Räder auszeichnet. Durch die elektrische Antriebsregelung hält sich der Segway in Balance, wobei die Person auf einer kleinen Plattform zwischen den beiden Rädern steht und sich an einer Lenkstange auf Hüfthöhe festhält. Jedes Rad wird separat von einem Elektromotor per Einzelradantrieb angetrieben, wobei Kurvenfahrten durch jeweils unterschiedliche Drehzahlen der beiden Motoren möglich sind. Kurven können durch das Schwenken der Lenkstange nach links oder rechts gefahren werden, denn spezielle Neigungssensoren sorgen dafür, dass sich das jeweilige Rad langsamer dreht und dann das Ausfahren einer Kurve möglich ist.

Der Segway balanciert sich selbst aus, wobei ein elektronischer Regelkreis bewirkt, dass das Fahrzeug in die Richtung fährt, in welche sich der Fahrer lehnt. Dies gilt sowohl für Vorwärts, Seitwärts- als auch für Rückwärtsbewegungen. Angesehen von den Gewichtsverlagerungen des Fahrers in die jeweilige Richtung gibt es keine weiteren Bedienelemente, etwa zum Bremsen oder Beschleunigen. Gebremst wird der Segway durch die Rückgewinnung von elektrischer Energie, welche in den Akkus gespeichert wird. Der Segway wird daher intuitiv durch seinen Fahrer gesteuert.

Wie wurden Segways entwickelt?

Segways werden seit dem Jahr 2001 von dem US-amerikanischen Unternehmen Segway Inc. aus Bedford im Bundesstaat New Hampshire produziert. Erstmals konstruiert wurde das Segway vom US-amerikanischen Unternehmer und Erfinder Dean Kamen, welcher das Prinzip der dynamischen Steuerung ins Leben rief, allerdings ursprünglich für einen Elektrorollstuhl. Anschließend hatte Kamen die Idee, die Balanceautomatik auf ein Alltagsfahrzeug zu übertragen, das von jedermann genutzt werden kann – der Segway war geboren.

Dabei wurde beabsichtigt, den Segway als ernstzunehmendes Verkehrsmittel zu konzipieren – nicht als alleiniges Mode- oder Spaßfahrzeug – um verstopfte Straßen in den Innenstädten zu entlasten und auch zu einer Reduzierung der CO₂ Emissionen beizutragen. Die Entwicklung des Segway kostete insgesamt rund 100 Millionen US Dollar. Während frühere Segways noch eine starre Lenkstange mit einem Drehgriff zum Lenken besitzen, sind die seit 2006 produzierten Modelle mit Lean-Steer-Lenkung, einem drahtlosen Info-Key und einer elektronischen Wegfahrsperre ausgestattet. Im April 2015 wurde Segway Inc. vom chinesischen Konkurrenten NINEBOT aufgekauft.



Technische Daten zum Segway

Die Geschwindigkeit eines Segways beträgt zwischen 0 und 20 km/h, wobei das Fahrzeug in jeder Situation stabil bleibt, auch bei Stillstand (im Gegensatz zu Zweirädern, die dann von den Beinen des Fahrers ausbalanciert werden müssen). Der Segway ist so konstruiert, dass die Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h niemals überschritten wird, auch nicht, wenn es bergab geht. Die Reichweite pro Ladezyklus beträgt je nach Modell zwischen 18 und 32 Kilometern. Das Fahrzeug kann auf der Stelle gewendet werden, wobei der Wendekreis etwa 0,8 Meter beträgt. Die Standfläche der Plattform für den Fahrer hat je nach Ausführung Maße von etwa 63 x 63 cm bzw. 67 x 84 cm. Bei den Rädern handelt es sich um schlauchlose, stichfeste 19 Zoll bzw. 21 Zoll Reifen auf Thermoplast- oder Alufelgen. Ein Segway wiegt rund 50 Kilogramm, wobei das Gewicht des Fahrers zwischen 45 und 118 Kilogramm liegen sollte. Pro 100 gefahrene Kilometer liegt der Verbrauch bei etwa drei Kilowattstunden. Die bei der Stromerzeugung anfallenden C0₂ Emissionen sind mit 23 Gramm pro Kilometer gering (im Vergleich dazu liegt der Verbauch beim PkW bei durchschnittlich 170 Gramm und beim Motorroller etwa 80 Gramm pro Kilometer). Die Aufladedauer des Akkumulators beträgt zwischen acht und zehn Stunden, wobei zum Aufladen eine ganz normale Steckdose benutzt werden kann.

Wie können Segways verwendet werden?

Wie schon erwähnt wurde der Segway ursprünglich entwickelt, um die Innenstädte durch den massenhaften Verkehr zu entlasten. In dieser Funktion konnte sich der Segway bisher noch nicht massentauglich durchsetzen. Dafür hat sich das Transportmittel in anderen Sparten bzw. Nischen etabliert. So wird der Segway in den USA beispielsweise als Patrouillenfahrzeug von der Polizei, von Wach-, Sicherheits- und Rettungsdiensten eingesetzt, etwa bei Großveranstaltungen. Darüber hinaus kann der Segway bei bestimmten körperlichen Behinderungen bzw. Krankheiten genutzt werden, etwa bei Multipler Sklerose oder Parkinson im Anfangsstadium. Außerdem gibt es bei den Segway Personal Transportern ein Sondermodell, den x2 Golf, der Golfspieler samt Zubehör über den Rasen bewegen kann. Auch im Funsport findet der Segway Anwendung, so gibt es etwa das zunehmend populärer werdende Segwaypolo. Am häufigsten werden Segways allerdings im Rahmen von Stadtbesichtigungen verwendet, meist im Rahmen von touristischen Stadtrundfahrten. Auch in vielen deutschen Städten sind Segways daher mittlerweile ein gewohnter Anblick.

Segways und Verkehrssicherheit

In ihren Eigenschaften (keine mechanische Bremse, kein Sitz, elektronisch koordinierte Lenkung und Stabilisierung des Fahrzeugs) unterscheiden sich Segways von herkömmlichen Transportmitteln, die im Straußenverkehr zu finden sind. Zunächst war in Deutschland das Fahren auf öffentlichem Grund verboten, da eine verkehrsrechtliche Zulassung noch nicht vorlag. Im Jahr 2006 genehmigte Hamburg als erste Stadt die Nutzung von Segways für Stadtrundfahrten. Nach und nach folgten dann weitere Bundesländer. Seit 2009 ist das Fahren von Segways in Deutschland zulässig, allerdings benötigt das jeweilige Fahrzeug eine Einzelbetriebserlaubnis, d.h. es muss auf verkehrssicherheitstechnisch relevante Merkmale wie Bremswirkung, Licht und Glocke geprüft worden sein. Außerdem muss das Segway mit einem Versicherungskennzeichen ausgestattet worden sein, damit es am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen kann. Gefahren werden muss auf Schutzstreifen, Radfahrstreifen und Radwegen. Nur wenn diese nicht vorhanden sind, dürfen auch Fahrbahnen bzw. Straßen benutzt werden. Neben Deutschland dulden auch die meisten europäischen Länder die Nutzung von Segways im öffentlichen Raum.

Segway FAQ

Warum trägt der Segway seinen Namen?

Der Begriff Segway für das Gefährt geht auf den Namen des herstellenden Unternehmens, Segway Inc. zurück. Segway selbst ist ein Homophon, d.h. ein gleichlautendes Wort mit anderer Bedeutung, welches sich aus dem Englischen segue (deutsch: Übergang) ableitet.

Warum fällt ein Segway nicht um?

Durch seine selbstbalancierende Konstruktion kann ein Segway nicht umfallen, auch bei Stillstand nicht. Da der Segway ständig misst, ob er nach vorne oder hinten geneigt ist und darauf mit einer Beschleunigung nach vorne oder hinten reagiert, kann er nicht umkippen.

Wie wird ein Segway gefahren?

Es ist nicht weiter schwer, ein Segway zu fahren – zum Eingewöhnen reichen bereits fünf bis zehn Minuten. Im Gegensatz zu Zweirädern balanciert sich der Segway mittels elektronsicher Neigungssensoren selbst aus. Wichtig ist, dass der Fahrer den Segway intuitiv steuert und zwar mittels Gewichtsverlagerung. Die Lenkstange steuert das Fahrzeug durch Neigen. Sie selbst ist beim Wenden und Kurven fahren behilflich, ist aber vor allem auch dem Fahrer behilflich, Gleichgewicht und Stabilität zu halten. Durch eine Verlagerung des Körpergewichts in die gewünschte Richtung, also vorwärts, rückwärts oder nach links bzw. rechts, reagiert der Segway mit einer verringerten Drehzahl eines oder beider Räder – dadurch kommt dann der Richtungswechsel zu Stande. Beschleunigung und Abbremsen geschehen ebenfalls durch Gewichtsverlagerung nach vorne bzw. hinten. Aus Sicherheitsgründen wird empfohlen, dass der Fahrer des Segway einen Helm trägt.

Ab wann darf man ein Segway fahren? Wird ein Führerschein benötigt?

Kinder oder Personen ohne Führerschein dürfen ein Segway nur auf einem Privatgelände fahren, nicht aber im öffentlichen Raum. Für die Nutzung im Straßenverkehr ist ein Mofa-Führerschein notwendig, d.h. Jugendliche ab 15 Jahren, die im Besitz dieses Führerscheins sind, dürfen mit einem Segway am Straßenverkehr teilnehmen. Selbiges gilt natürlich auch für Erwachsene mit einem Führerschein der Klasse B.

Wie lange hält der Akku eines Segway?

Der Ersatzakkumulator eines Segway hält je nach Nutzungsintensität durchschnittlich etwa drei Jahre, danach muss ein neuer Akkumulator angeschafft werden. Angegeben werden vom Hersteller etwa 1.000 Ladezyklen, ehe die Batterie erneuert werden muss. Nach einer Ladung kann der Segway etwa 25 Kilometer gefahren werden. Die gesamte Reichweite eines Akkumulators beträgt im Durchschnitt etwa 10.000 Kilometer. Ersatzakkumulatoren für Segways kosten derzeit circa 1.400 bis 1.500 Euro.

Wo können Segways gemietet werden?

In allen größeren Städten, teilweise aber auch in kleineren Gemeinden werden Segways zur Vermietung angeboten. Sowohl Hotels, Firmen als auch Tourismuszentren bieten einen (kostenpflichtigen) Verleih von Segways an. Darüber hinaus gibt es Anbieter, die sich auf die Vermietung von Segways spezialisiert haben. Deren Adressen findet man im Internet oder kann sie bei der städtischen Tourismusinformation erfragen.

Wo darf man mit Segways fahren?

Auf einem Privatgelände darf jedermann mit einem Segway fahren, hier gibt es keine Vorschriften. Im öffentlichen Raum darf ein Segway nur bewegt werden, wenn es über eine Betriebserlaubnis und ein amtliches Versicherungskennzeichen verfügt. Segway Fahrer sind angewiesen, Radwege bzw. einen Radfahr- oder Schutzstreifen zu benutzen; nur wenn diese nicht vorhanden sind, dürfen öffentliche Straßen befahren werden. In Fußgängerzonen dürfen Segways übrigens generell nicht zum Einsatz kommen.

Was kostet ein Segway?

Segways sind keine günstigen Transportmittel, da es sich um in der Konstruktion ausgefeilte und elektronisch hochsensible Fahrzeuge handelt. Entsprechend aufwendig und damit teuer ist deren Herstellung. Aktuell kostet ein neuer Segway zwischen 8.000 und 10.000 Euro. Gebrauchte Modelle sind deutlich günstiger, allerdings kennt man dann die Vorgeschichte des Fahrzeugs nicht (Unfälle etc.) und weiß nicht, ob es schonend genutzt wurde. Zu bedenken ist auch, dass der Ersatzakkumulator regelmäßig erneuert werden muss, was wiederrum mit etwa 1.500 Euro zu Buche schlägt. Die relativ hohen Anschaffungskosten sind der Grund dafür, warum Segways privat praktisch nicht genutzt werden, sondern meist Eigentum von Firmen oder Hotels sind, welche die Fahrzeuge dann vermieten.